aktualisiert am 10.07.2018

CHRONIK DER GRUPPE BK BERLIN-NORD E.V.

 

 

 

 

Als zum 07.12.1977 die Landesgruppe Berlin im Boxerklub zu einer außerordentlichen Hauptversammlung einlud, ahnte niemand, welch rasante Entwicklung unsere Landesgruppe durch de Wahl von zwei Ortsgruppenvorständen Berlin-Nord und –Süd nehmen würde. Ca. 15 Jahre zuvor hatten eine Handvoll „Pioniere“ - u.a. Harry und Lotti Falk, Herbert und Helene Landtag, Hubert Wandersee sowie Peter und Ingrid Holzhausen - die ersten Aktivitäten im Tegeler Forst auf dem dortigen „Übungsplatz“ begonnen.

Um diese kleine Gruppe scharten sich von Jahr zu Jahr mehr Boxerliebhaber, genannt seien hier nur Fred und Helga Bandow, Harri Manzel und Familie Belz. Die Bedingungen waren hart. Kein beheiztes Klubheim, sondern ein aufgeschnittener Kastenwagen, in dem die „Küche“ integriert war. Die kulinarischen Genüsse bestanden aus Schmalzstullen, Tee, Kaffee und „Landtagsuppe“. Bei Wind, Regen und Schnee blieb nur ein Zusammenrücken auf den Holzbänken. Auch den Hunden - angebunden an Bäumen - blieb nur eine Decke als Unterlage.

Gefährtet wurde direkt nebenan. Als Verstecke dienten die reichlich vorhandenen Bäume und der Übungsplatz trat nur durch weggeräumtes Unterholz und einer aufgestellten Hürde in Erscheinung. Schutzhundprüfungen fanden bei diesen Bedingungen nur alle 2-3 Jahre statt.

 

Bald kristallisierten sich zwei Gruppen innerhalb der Landesgruppe heraus. So wurde dann im Jahre 1977 beschlossen, aus den „Britzern“ die Gruppe Berlin-Süd und aus den „Tegelern“ die Gruppe Berlin-Nord zu gründen.

 

Zur gleichen Zeit hieß es Abschied zu nehmen aus dem Tegeler Forst. Am 16.11.1977 wurde unser Übungsplatz in der Kopenhagener Str. offiziell mit einem Pokalkampf im Schutzdienst eingeweiht. Unseren „Alten“ wird unser erstes Klubheim im 1.Stock des angrenzenden Fabrikgebäudes –erreichbar über die „Hühnerstiege“- noch gut in Erinnerung sein.

 

Wir waren sicher, das optimale Fundament für die Gründung der Gruppe Berlin-Nord geschaffen zu haben.

 

Harry Falk als eigentlicher Gründer der Gruppe konnte als 1.Vorsitender im Vorstand auf erfahrene, aktive und treue Mitglieder bauen. Drei Mitglieder unseres ersten Vorstandes hielten „ihrer Gruppe Nord“ bis zu Ihrem Tod die Treue. Zwei der damaligen Vorstandsmitglieder gehören der Gruppe noch heute an. So auch unsere langjährige Zuchtwartin Ruth Reimann, die auf eine fast 53 jährige Mitgliedschaft im Boxerklub zurückblicken kann. Selbst Züchterin mit Jahrzehnte langer Erfahrung kümmerte sie sich mit dem damaligen Landesgruppenzuchtwart Peter Holzhausen mit Hingabe um die alten und neu hinzugekommenen Züchter.

 

Die Zahl der Schutzhundprüfungen stieg in den Jahren nach der Gründung enorm und auch die Wechsel der Vorstandsämter - insbesondere der Ausbildungswarte - konnte diesen Aufwärtstrend nicht stoppen.

 

Im Jahre 1982 mussten wir unser Gelände in der Kopenhagener Str. räumen und wir waren froh, unser Übungsgelände am Kurt-Schumacher-Damm zu finden und unser altes/neues Klubheim aus der Kopenhagener Str. wohlbehalten nochmals aufbauen zu können.

 

Die Mitte der achtziger Jahre zeichneten sich aus durch eine fruchtbare Zusammenarbeit mit anderen Hundesportverbänden und deren Vereinen wie dem BVH und dem HSV-Marienfelde mit seinem damaligen 1.Vorsitzenden Detlef Kühn. Einige Mitglieder unserer Gruppe waren dann auch Mitglied in beiden Verbänden, jedoch um zum Wohle der Ausbildung unserer Boxer dazu zu lernen und dieses Wissen an unseren Übungstagen in der Gruppe Nord umzusetzen und weiter zu geben.

 

Dieses erfolgreiche Arbeiten mit unseren Boxern brachte die Gruppe Nord bei den Veranstaltungen der BK-Landesgruppe an die Spitze der Leistung im Berliner Hundesport, was man heute noch aus den errungenen Hundesportabzeichen des BK und VDH entnehmen kann. Auch an Pokalkämpfen im Bundesgebiet sowie an den Bundessiegerprüfungen der Schutz- und Fährtenhunde haben unsere Mitglieder mehrmals erfolgreich teilgenommen.

Hervorzuheben ist hier besonders Wolfgang Belz mit seinem Bundessieger Henrico v. Westfeld.

 

Geprägt wurden die Jahre auch von diversen Ausstellungserfolgen unserer Züchter und Mitglieder, die viele Siegertitel mit ihren Boxern erringen konnten. Stellvertretend für alle sei hier die ATIBOX-Jugend-,VDH- und Klubsiegerin Alma v. Bullengraben (Mandy),Züchter Christa Werchau/Wallner, Besitzer Herbert Landtag genannt.

 

In den langen Jahren hat sich auch einiges an den Ausbildungsmethoden geändert. Es wurde nicht mehr mit harter Hand sondern freudig mit „Beißwurst oder Bällchen“ gearbeitet. Anfang der 90’er Jahre wurde der Turnierhundesport ins Leben gerufen. Für unsere Gruppe eine ganz neue Erfahrung, bei der der Spaß im Vordergrund stand. Natürlich wurden auch mind. zwei Schutzhundprüfungen im Jahr organisiert. Dies war für unseren langjährigen Ausbildungswart Thomas Bretschneider, der unserer Gruppe über so viele Jahre die Treue hielt und maßgeblichen Anteil an dem Erfolg unserer Gruppe hat, ein absolutes Muss.

 

Die Grundlage für das gute finanzielle Fundament unserer Gruppe wurde von unserem späteren Ehrenvorsitzenden und damaligen Kassierer und dann 1. Vorsitzenden Konrad Bretschneider gelegt. Mit Umsicht und Durchsetzungskraft hielt er seine Gruppe und das Geld zusammen.

 

Durch den Umzug unseres Ausbildungswartes Thomas Bretschneider von Berlin nach Zerbst kam es zunächst zu einem Einschnitt in der Kontinuität und Intensität der Ausbildung. Viele Ausbilder und Figuranten halfen der Gruppe nach dem Wegzug von Thomas. Hier sind insbesondere Sigrid Freese, Dennis Bauer, Holger Beran, Marian Pusch, Sven Hardt und Sylvia Kempe zu nennen. Auch der zu dieser Zeit amtierende 1.Vorsitzende Werner Henke stand der Gruppe mit seinem Fachwissen und seinem nie enden wollenden Engagement bis zu seinem Tod zur Seite.

 

Jürgen Poethke als folgender 1.Vorsitzender - aufgewachsen in der großen Familie der Landesgruppe - trat in die Fußstapfen seines Schwiegervaters Werner und knüpfte mit seinem Mut zu neuen Wegen an alte Erfolge an.

 

Wegen Verkauf unseres Übungsplatzes durch das Land Berlin mussten wir zum 01.06.2003 erneut unsere Zelte abbrechen. Nahe des Flughafens Tegel fanden wir zur Untermiete ein neues Domizil. In den Jahren seid Gründung errang unsere Gruppe durch Teilnahme, Besuch und Ausrichtung maßgeblicher BK-Veranstaltungen einen Bekanntheitsgrad über die Landesgruppe hinaus. Anteil daran hatte in den letzten drei Jahren auch der ehemalige Ausbildungswart Carsten Anders.

Das Jahr 2005 ist für unsere Gruppe geprägt von einschneidenden Ereignissen wie der Amtsenthebung der ehemaligen Kassiererin, dem Rücktritt diverser Vorstandsmitglieder und der daraus folgenden Kündigung unseres Mietvertrages zum 30.09.2005. Wohin es unsere z. Zt. 115 Mitglieder verschlagen wird, können wir jetzt noch nicht sagen.

 

Die vergangenen Jahrzehnte haben uns gute und auch schlechte Zeiten gebracht. Wir zitieren aus der Chronik des Jahres 1987 anlässlich des 10jährigen Bestehens der Gruppe: „Unsere Gruppe ist stets gemeinsam durch alle Höhen und Tiefen gegangen und hat dadurch eine Aufwärtsbewegung widerfahren. Gerade in Krisenzeiten hat sich gezeigt, dass der gemeinschaftliche Gedanke letztendlich die Oberhand behielt. Bei den Überlegungen nach Perfektion und höherwertigen Zielen im Vereinsleben sollte man sich immer wieder einmal an die Schmalzstulle, den Kaffee und die „Landtagsuppe“ erinnern.“

Und aus der Chronik des Jahres 1997 anlässlich des 20jährigen Bestehens folgendes Zitat: „ Auch in den zweiten zehn Jahren unseres Gruppengeschehens gingen wir durch Höhen und Tiefen, was aber dem Zusammenhalt der Gruppe nur förderlich war. Es ist immer noch so, dass die „echten Nordmitglieder“, es sind oftmals die , die am längsten in der Gruppe sind….ihre Erfahrungen an jüngere Mitglieder weitergeben und diese dadurch motivieren…..Gerade dieses Zusammengehörigkeitsgefühl der Gruppe Nord wird auch in 20 Jahren noch Bestand haben und sie weiter auszeichnen.“ Diese Zitate haben an Aktualität nicht verloren und so sind wir auch davon überzeugt, dass wir auch das Jahr 2005 durch die wirklichen Nordler, die treu zu Ihrer Gruppe stehen, überstehen werden und sich letztendlich das Gemeinschaftsgefühl und das Gruppeninteresse vor dem Interesse und dem Ziel Einzelner behaupten wird. Denn nur so wird die Existenz unserer Landesgruppe zum Wohle unserer Boxer auch in den kommenden Jahrzehnten gewährleistet sein.

 

 

Der Vorstand der Gruppe Berlin-Nord e.V.

 

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© Hans-Joachim Weiß